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Lern- und Arbeitstechniken II- Frau Wünsche STZ Leipzig

15. Januar 2013

Ich werde relativ frei ein wenig zu diesem Seminar am 9.1.2013 schreiben.

Zu Beginn ein Link zu den 9 Todsünden des wissenschaftlichen Schreibens.

Wir besprachen die Themen: Themenfindung, Gliederung, Literaturrecherche, Strukturierungsmethoden, Literaturangaben, Standards beim Schreiben.

„Der Bachelor hat den Sinn, zu lernen, wie man mit wissenschaftlicher Literatur umzugehen hat.“– so in etwa formulierte es Frau Wünsche.

Es ging direkt mit den Analysefragen zur Themeneingrenzung los…Hm. Doch, wie komme ich erst einmal zu einem Thema?

Im Bachelor bekommt man meist Themen zugeteilt!

Spontan stellte ich ein Thema zusammen und wir besprachen es:

„Untersuchung von Stressoren nach den Ansätzen von X und Y bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern nach qualitativen Aspekten unter den Variablen des Alters und des Geschlechts“

PUH.

Fakt ist, dass der Titel viel zu lang ist. Es sollte eine Entscheidung fallen ob Arbeitgeber ODER Arbeitnehmer, wobei diese Information im Untertitel stehen sollte, welcher das Thema eingrenzt. Das Vorgehen, also ob quantitativ oder qualitativ, gehört in die Einleitung- nicht in den Titel.

Im Thema sollte deutlich werden, um welche Personengruppen/Institutionen es sich handelt, Vertreter eines Theorieansatzes, ausgewählte Aspekte, Zeiten, Quellen und räumliche Eingrenzung sollten versprachlicht werden und bilden die Leitlinie der Arbeit.

Dann stehen die Fragen:

  1. Was genau interessiert mich am Thema? Dabei ist das Erkenntnisinteresse zu beleuchten und das Verständnis der Frage sollte reflektiert werden.
  2. Welche Frage will ich mit meiner Arbeit beantworten? Dabei ist die EXAKTE Formulierung relevant.
  3. Wie will ich dabei vorgehen? Vor der Abgabe des Exzerptes beim Betreuer MUSS klar sein, welche Hypothesen ich prüfen will, die Abfolge meiner Arbeit und ob ich deskriptiv oder normativ vorgehe. Dabei sagte Frau Wünsche: „Nur lesen hilft nicht.“

Wichtig ist die Formatierung, der Aufbau, die Gliederung…Das jeweilige Lehrgebiet hat Richtlinien dazu und es sollte IMMER darauf geachtet werden, was das jeweilige Lehrgebiet fordert. Das Abkürzungs- und Tabellenverzeichnis ist ebenfalls ein wichtiger Part, ebenso das Titelblatt mit persönlichen Angaben. Im Modul 2B ist die Formatierung komplett vorgegeben!!!! Der Part fällt in diesem Modul weg.

Ein wesentlicher Hauptteil ist die Literaturrecherche…Lexikon, Originalarbeiten, Bibliografien als Übersicht, Fachzeitschriften, Quellen der SBs! SBs selbst NICHT zitieren, es sei denn es ist explizit erwünscht, wie in einem 3er Modul.

Eine Recherche kann man auch in Auftrag geben, sollte in diesem Falle allerdings einige Dinge beachten, denn es passiert auch, dass Massen an Literatur herausgesucht wurden und die Relevanz verschwimmt.

Empfehlenswert soll der Karlsruher virtuelle Katalog sein, ebenso wie Fachdatenbanken. Online-Artikel sollte man, sofern man sie verwendet, datiert benannt und ausgedruckt vorlegen, denn oft kommt es vor, dass eine bestimmte Seite in der Form, in der man sie auffand, nicht mehr vorhanden ist.

Die Suchstrategie ist simpel: Manches Mal auf Englisch: AND OR NOT  (FU Hagen) aber auch auf Deutsch: Und Oder Nicht.

Gibt man Grau AND Weiß ein, erscheinen alle Artikel mit beiden Wörtern. Bei einem OR/ODER erscheinen alle Artikel, die entweder oder beinhalten. Gibt man Grau NOT weiß ein, erscheinen alle Artikel mit dem Wort Grau. Ein * vor dem gesuchten Wort spuckt alle Artikel mit z.B. dem Begriff *Kompetenz aus. Ebenso kann man eine ganze Phrase in Anführungszeichen setzen und die Ergebnisse zeigen alle Artikel mit eben dieser Wortkombination.

Als zitierfähig gelten: Monographien (ein Autor hat diese verfasst), Herausgeberwerke von mehreren Autoren, Dissertationen, Fachzeitschriften und wissenschaftlich fundierte Internetquellen.

Bei Google-Books kann man schauen ob ein Werk lohnend ist für einen Ausleih/Kauf.

Nun geht es an die Internetquellen- ein für mich recht heikles Thema. Voraussetzungen sind, wenn:

–          der Urheber aus anderen Veröffentlichungen bekannt oder Experte auf dem Gebiet ist.

–          der Urheber eine renommierte Institution oder bekannte Organisation ist.

–          der Artikel auch in gedruckter Form vorliegt .

–          der Artikel einem Begutachtungsverfahren unterzogen wurde (Dissertation, Habilitationen).

Logisch bei der Auswahl ist der Titel, das Inhaltsverzeichnis, das man alles „quer“ liest und für die Arbeit relevante Artikel GENAU studiert. Am besten ist es, schon während des Studiums interessante Zitate/Quellen zu listen (z.B in Citavi). MIT dem BEGINN der Arbeit alles, was interessant für eben diese sein könnte, alphabetisch ordnen und notieren, dann kommt man während des Schreibens nicht ins Schwierigkeiten.

Um zu Expertieren sollten folgende Fragen auftauchen: „Wie äußert sich der Autor/die Autorin zur Frage XY?“ und „Was wird über den Sachverhalt/Gegenstand XY ausgesagt?“

Die Einleitung ist das Kernstück. Ich denke, ich werde für mich wenn es soweit ist, „einfach erst einmal drauf los schreiben“- NUR FÜR MICH. Dann expliziter in der Formulierung vorgehen. Die Einleitung gibt einen relevanten roten Faden vor, der während des Arbeitens immer neu angepasst und überarbeitet wird. Günstig ist es, in einem persönlichen Schreiben schon die Zitate der einzelnen Gliederpunkte zuzuordnen.

In die Einleitung gehören folgende Fakten:

–          Was für ein Thema? Warum ist es wichtig? Welche Fragestellung will ich beantworten? Wie gehe ich vor, um der Antwort näher zu kommen? Wie ist die Arbeit aufgebaut?

Im Hauptteil geht es um die Theorien und Studien, die es dazu gibt.

Im Schlussteil beleuchtet man noch einmal was das Ziel war, wie ich vorgegangen bin, die wichtigsten Ergebnisse und die Lücken, die zukünftig weiter erforscht werden können. Die Einleitung und der Schluss bilden den dicken Rahmen der Arbeit und sind oft ausschlaggebend.

Zur Frage der Formulierung bin ich noch nicht zufrieden mit dem, was ich bisher weiß, denn es gelten Regeln, wie Eindeutigkeit, Nüchternheit, Sachlichkeit, Besonnenheit  und Objektivität zum Thema.  Man sollte sich normativ ausdrücken, wenige Genitive verwenden, lieber kürzere Sätze schreiben und den ADRESSATEN und dessen Kenntnisstand beachten, was hinsichtlich eines professionellen Lehrgebiets anders ist, als schreibt man einem Freund ;).

Die Zitierweise und die Literaturangabe sind 2 weitere Themen.

Fakt ist, dass man 15% der gesamten Zeit in die Literatur, 20% ins Lesen/Verarbeiten/Verstehen,  40% ins Schreiben, 10% für den Feinschliff (Formatieren etc.) und 15% in das Inhaltsverzeichnis stecken sollte!

Es gibt direkte und indirekte Zitate, wobei man indirekte mehr verwenden sollte und sparsam mit direkten Ausführungen umgehen sollte..

Direktes/Wörtliches Zitat: – direkte Übernahme fremden Gedankengutes, – inhaltlich und formal in Übereinstimmung mit dem Quellentext

Indirekte Zitate sind die sinngemäße Wiedergabe fremder Gedanken, spielen eine grundlegende Rolle und sind die Basis des eigenen Textes.

Zitieren mit Vollbeleg: Sofern eine Quelle erstmals genannt wird, muss eine vollständige Literaturangabe folgen. Ders. Bedeutet der selbe Autor und kann ab der zweiten Fußnote kürzer angegeben werden. Hat der Autor mehrere Werke aus dem Jahre 2000, muss man alle Werke einteilen, z.B. 2000a, 2000b etc. und diese Benennung im Literaturverzeichnis erläutern. Wenn das selbe Werk mehrfach auftritt schreibt man Ebd. Ab der zweiten Fußnote.

Zitieren mit Kurzbeleg ist wesentlich gängiger. In der Fußnote stehen der Name des Verfassers, das Erscheinungsjahr in Klammern und die Seitenzahl – vgl.

Die Harvard-Zitierweise erfolgt der Nachweis im Text in Klammern.

Wenn ich schreibe, was ich über X denke, sieht das so aus: „Ich denke XY [Anmerkung B.K.]. Wenn ich schreibe: „Sie denkt, XY“ muss ich hinter das `Sie` schreiben WER gemeint ist: „Sie [=die merkwürdige Blondine;)]“.

Schaut immer im Lehrgebiet, was wann verlangt ist, denn die Vorgaben unterscheiden sich!!!

Eine meiner vielen Fragen im Seminar hatte den Ausgangspunkt: Ein Autor, den man zitiert! Dieser hat eben das Zitierte von einem anderen Autor usw. Es muss IMMER das Ursprungszitat angegeben werden:  „Was ist, wenn ich rein theoretisch ein Zitat habe, dass auch nur zitiert wurde und das nach weiterer Recherche wieder nur zitiert wurde und ich am Ende bei Platon ankomme??????“ 😉

Glücklicherweise gehört dieser Fall nicht zur Norm, aber ich hoffe alle Leser haben verstanden, worum es geht, um nicht zu plagiieren oder unkorrekt zu arbeiten.

Literaturangaben müssen sehr sorgfältig bearbeitet werden…eine Einteilung in Monographie, Herausgeberwerke, Zeitschriften, internetquellen, Online-Publikationen ist angebracht.

Angesprochen haben mein Lieblingskommilitone und ich, ob die FU Hagen ein Seminar zu, dem nun eingeführten Literaturverwaltungsprogramm, Citavi macht. Das wäre nicht nur spitze sondern genial.

Nun zum Abschluss, meiner herunter gebrochenen Ausführung, geht es noch um die leidigen Themen der Zeitplanung und der Schreibblockaden.

Frau Wünsche gab den Tipp „von HINTEN“ zu planen…Abgabetermin! Wann ist er? Wie viel Zeit habe ich insgesamt zur Verfügung? Rechne mir grob aus, wie viel Prozent, welche Bearbeitung (siehe oben) erfordern. Literatur, Lesen…Schreiben…Formatieren…anderen zum Lesen geben- ALLES grob PLANEN!

Passiert irgendwie Toastbrot im Kopf: keine PANIK…einfach irgendetwas schreiben, was einem gerade durch den Kopf geht, was mich behindert, was im Alltag zu schaffen macht- Schwupps und den Schreibfluss nutzen um erst einmal einfach drauf los zu „wissenschaften“… Wer erst reden muss und im Reden neue Ansätze bekommt hat vielleicht idealerweise ein Gegenüber, der zuhört, ansonsten Tonbandaufnahmen. Beim Lesen hilft es auch sofort aufkommende Fragen oder kritikpunkte zu notieren.

Ich hoffe, ich habe einen kleinen Einstieg gegeben und ein paar grundlegende Dinge erfasst.

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4 Kommentare
  1. Hallo Betty,
    eine schöne Zusammenfassung hast du da geschrieben.
    Meine Ergänzung: Die kochen alle nur mit Wasser 😉
    Außerdem:
    Es gibt einen Citavi-Kurs in Moodle – suche einfach mal nach dem Kurs „Schreibwerkstatt“
    liebe Grüße
    biwiuli

  2. 😉 ja, das stimmt Uli 🙂 Allerdings hat man doch etwas zu tun mit Autoritäten…

    Der Citavi-Kurs ist mir bekannt- bei solchen Dingen komme ich allerdings besser im Hören, Sehen, Verstehen und direktem Üben klar. –> Daher wäre es nicht schlecht Citavi nicht nur Online, sondern auch „präsenztechnisch“ anzubieten.

    Liebe Grüße zurück Uli, freut mich wieder von dir gelesen zu haben 🙂

  3. biwij permalink

    Hallo Betty,
    also in Präsenz wird Citavi meist von den Unibibliotheken kostenfrei als Kurs angeboten.

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