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Definitionen und die Qual der Wahl…

4. August 2010

Definitionen sind für mich Eingrenzungen und das Kopieren einer Ansicht mit der Kunst dennoch die Allgemeinheit zu treffen. Nunja, ich tue mich schwer damit auswendig zu lernen, aber das gehört zu jedem Studium, dennoch lerne ich auf meine Weise und so handhabe ich dies auch mit Begrifflichkeiten.

Erziehung, Bildung, Sozialisation, Entwicklung, Kommunikation…

Für jeden Begriff habe ich meine individuelle Definition. Dennoch gibt es zig-1000e  je nach Kontext und Einstellung.

Die Kunst besteht wohl darin ein Konglomerat aus den eigenen Gedanken und denen anderer zu schaffen.

Hier die „Pauker-Versionen“:

Sozialisation ist ein Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit zwischen Individuum und der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt

Nach Emile Durkheim ist sie der Vorgang der Vergesellschaftung des Menschen.

Erziehung ist allgemein die Einwirkung des Erziehers auf den Zögling, z.B. Pestalozzi: Aufgabe der Erziehung ist Herausführung aus dem natürlichen über den gesellschaftlichen zum sittlichen Zustand, was 2 Grundverständnisse impliziert:

1. Erzieher erzieht zweckbestimmt m.H. bestimmter Mittel und Methoden (direkte Einwirkung (Grundlage: Befehl/Gehorsam)

2. Erzieher als pflegender und schützender Unterstützer im natürlichen Entwicklungsprozess (Verzicht auf Einwirkung, direkte Erfahrungen zählen (vgl. Rousseaus Emile: Kindheit als Naturzustand, negative Erziehung als Bewahrung vor schädlichen Umwelteinwirkungen)

Bildung findet im Unterschied zur Erziehung über alle Lebensspannen statt.

Bildung ist nach Wilhelm von Humboldt die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu selbstbestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen („Kreisgang der Bildung“).

Sie ist auf das Entfalten der Persönlichkeit, auf die Entwicklung der Fähigkeiten und Fertigkeiten des Menschen gerichtet, zielt auf Selbstbestimmung und Mündigkeit des Menschen und damit auf die Gewinnung von Souveränität für das eigene Leben/ von Lernchancen.

Bildung ist weniger ein Umgang mit Wissensbeständen, sondern eine Lebensform.

Sie ist ein Prozess und stellt ein individuelles Verhältnis zur Welt, zur Gesellschaft und zu sich selbst dar.

Sie vollzieht sich im Rahmen gesellschaftlicher Widersprüche von individueller Autonomie einerseits und gesellschaftlichem Zwang andererseits.

Daneben möchte ich vermerken, dass m.E. der nötige fremdbestimmte Erziehungsprozess in einen autonomen Bildungsprozess übergeht- optimal betrachtet!

Eine Schule, auch Bildungsanstalt oder Lehranstalt genannt, ist eine Institution mit der Aufgabe, Wissen und Können durch den Lehrer an die Schüler zu vermitteln. In Abgrenzung zur Hochschule ist zu nennen, dass keine Forschung betrieben wird.

Unterricht ist ein Interaktionsgeschehen, bei dem der Einzelne unter pädagogischer Begleitung in planmäßig ablaufenden und geführten Prozessen Aufnehmen und bisheriges Wissen ergänzen. Ziel dabei ist eine offizielle Qualifikation, die Personalsisation und Sozialisation.

Nach Bühler ist Entwicklung eine Aufeinanderfolge bestimmter Leistungen und Verhaltensweisen , die im allgemeinen bei einem bestimmten Durchschnittsalter zu erwarten sind. Die Entwicklung kann durch Einwirkung der Umwelt beeinflusst werden , sowie auch durch individuelle Unterschiede beim einzelnen Menschen.

Eine meiner Versionen:

Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess und geht mit Veränderung einher. Die Wirkungen des Einzelnen und die parallele Wirkung der sich stetig entwickelnden Umwelt bedingen sich gegenseitig.

Entwicklung ist ein ganz persönlicher Prozess und die Gesellschaft ist eine Folge aus den verschiedensten Individuen, die zusammen wirken. Es gibt eine grobgerasterte Abfolge von Stufen, die in ihrer gesamt einem Netz gleichen. Die Schwelle einer Stufe zur nächsten ist mit einem Ungleichgewicht versehen, wohingegen die während der Entwicklung eine innere Homöostase erreicht werden kann. Die zeitliche Dimension ist dabei individuell verschieden.

Kommunikation

Das definiere ich ausschließlich individuell.

Diese Internetpräsenz hat mir dazu sehr gut gefallen:

http://www.stangl.eu/psychologie/definition/Kommunikation.shtml

One Comment
  1. Martin permalink

    Mit den Definitionen ist das auch immer so eine Sache.
    Viele publizierende Wissenschaftler greifen ältere Definitionen auf und bringen dann ihre eigenen Vorstellungen mit ein. So entsteht ein Vielzahl von möglichen Definitionen zu einer Sache.
    Ich erinnere mich gerne noch an die Menge von Definitionen zum Thema „Führung“

    Aber gerade im (Grundlagen)studium wird man wohl nicht um auswendig gelernte Definitionen, lehrplanmäßig wichtiger Personen, drum herum kommen.

    Du schaffst das schon Liebling 😉
    Wird wohl mal wieder ne lange Nacht bei mir..

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