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Bildungswissenschaft? Und dann?

30. Juni 2010

Diese Frage wird viele von uns treffen oder trifft viele von uns.

„Was kann man damit machen?“

„Aha, und wie geht’s weiter?“

„Hm…“

Wenige wissen, was die Bildungswissenschaft beinhaltet, was sie bedeutet oder wie Absolventen in der Gesellschaft ihren Platz finden.

Pädagogik, Erziehungswissenschaft? Darunter kann sich jeder grob vorstellen, um was es eventuell gehen könnte. (ohne zu wissen, dass beides sich unterscheidet)

Wie steht es mit der Medizin? Eine Frage wie „Was macht man damit?“, steht keineswegs im Raum.

Psychologie? Keine Frage! Ganz klar!

Was ist denn der Unterschied?

Ganz salopp und spontan ausgedrückt meine ich, dass der Unterschied erstens in den Methoden und Herangehensweisen liegt und zweitens, vor allem, in der praktischen Umsetzung.

Mediziner und z.B. Mathematiker werden vor eine konkrete Gegebenheit gestellt und gehen eben dieser Tatsache nach.

Soziologen, Pädagogen, Bildungswissenschaftler und- um ein Beispiel aus der Wirtschaft zu nennen- Volkswirtschaftler haben manches Mal zu tun, ein Thema zu greifen.

Was heißt das nun für uns BiWi’s?

Über das  Studium, mit dem Prozess des Verstehens und der Aneignung, vor allem aber der Prüfung und Reflexion, kann jeder von uns seiner individuellen Neigung nachgehen.

Die Frage, „Was kann man damit machen?“, ist entweder schwer oder leicht zu beantworten.

Wesentlich ist, was ich selbst gerne tue, worin ich mich entwickeln möchte, was für Ziele ich habe.

Bearbeitung 18.2.2013

Mittlerweile bin auch ich, was dieses  Thema betrifft, ein klein wenig weiter.

Ich denke, dass das Studium viele Kompetenzen vermittelt, ein Fernstudium, wie ich im direkten Vergleich zu einem Präsenzstudium (ohne dass ich eben dieses „schlecht“ machen möchte!) erfahren durfte, hat allein durch die Tatsache des Fernstudierens einige Kompetenzen inne, die jeder Fernler erbringen muss, um sich optimal zu entwickeln. Organisation/Planung, Geduld, Mut, Leseverständnis und Intensivität. Letzteres schätze ich mit am meisten, denn so intensiv, wie andere, die ich kennenlernen durfte herangehen und ich herangehe (dafür daher u.a. teils auch länger brauche), ist ein riesen Pluspunkt…VOR ALLEM persönlich.

Nun, Fakt ist, dass es unendlich viele Richtungen gibt. Wie Uli schon so schön sagte, ist Biwi ein interdisziplinärer Studiengang (Psych,Soz, Päda und andere Zweige, die unweigerlich berührt aber auch vertieft werden können)–> im Falle von Uli (Ulrike Glembotzky sogar Informatik!!).

Was der Einzelne damit macht, liegt unter anderem an Folgendem:

1. Was wurde schon einmal gelernt (Ausbildung, vorhandenes Erststudium)?

2. Ist es das Erststudium nach dem Abitur/ oder der Mittleren Reife? –> dann gestaltet sich die Integration auf dem Arbeitsmarkt etwas anders)

3. Was liegt mir? (Persönliche Interessengebiet? Was möchte ich? Wo zieht es mich hin?)

Bearbeitet: 25.08.2016

Seit dem 8.8.2016 bin ich Schulbegleiterin für einen seheingeschränkten Jungen in der 8. Klasse (Gymnasium).

AUFRUF:

Ich freue mich sehr auch andere Wege, andere Möglichkeiten, in diesen Beitrag aufnehmen zu dürfen, denn es gibt zig Möglichkeiten mit der Bildungswissenschaft Fuß zu fassen. 😉

–> wer sich mitteilen möchte, schreibe mich gerne an!

Herzlichst

Betty

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8 Kommentare
  1. Vielleicht gibt es den ein oder anderen BiWi, der seine Arbeit hier vorstellen möchte
    oder
    wir tragen nach und nach zusammen, was sich jeder vorstellen könnte?

    Mir lief letztens ein Bildungsbeauftragter einer privaten Schule über den Weg.
    Berufsberater, Ausbildungs- und Studienberater fällt mir spontan ein.
    Ich denke, es kommt zudem auf die Spezialisierung an- dann ist beinahe jede erdenkliche Richtung möglich–> vom breiten sozialen Bereich über Medienberufe bis hin zur freien Wirtschaft 🙂 und vor allem: Erwachsenenbildung!
    Weiterhin ist die Arbeit an Bildungsmedien, in der Forschung oder Politik möglich.

    Ich freue mich über eine Diskussion zum Thema.

    liebe Grüße
    Betty

  2. Hier ein Blogartikel zum Thema: http://humboldt.server4education.de/2010/04/02/berufsaussichten-fur-bildungswissenschaftler/

    Ich denke, dass die große Diskussion, die auch in Moodle aufflammte viele verschiedene Sichtweisen enthält.
    Für mich persönlich weist das Studium viele Möglichkeiten auf und ich bin überzeugt davon, nach dem Studium Arbeit zu finden. 🙂

    Liebe Grüße

  3. Ulrike Glembotzky permalink

    Hallo Betty,

    schön, dass du dich hier mit diesem für uns alle wichtigen Thema auseinander setzt. Ich habe mich für Biwi entschieden, weil es das Studienfach war, das mich am meisten interessiert hat.
    Immer wieder treibt mich auch diese Frage um: Was mache ich einmal damit?
    Jetzt bin ich im 5.Semester und für mich schält sich langsam eine konkretere Vorstellung heraus:
    Ich will innovativ Bildung gestalten – ich will entwickelnd tätig sein – meine Kreativität und Phantasie einsetzen.
    Ich möchte an Projekten arbeiten, die gesellschafliche und bildungspolitische Relevanz haben. Ich möchte meinen Idealen und Visionen Raum geben, sich zu entfalten.

    Aber welche Tätigkeit könnte das sein.
    Ich glaube, meine angestrebte Tätigkeit verbindet wissenschaftliche und praktische Bestandteile. Ein Leben ohne Wissenschaft kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Die praktische Tätigkeit muss sein, damit ich wissenschafliche Erkenntnisse in die Tat umsetzen kann. Es ist sozusagen eine Verzahnung aus Beidem.

    Momentan habe ich ja ganz viele Ideen, was ich machen könnte/will:
    Mein allerliebster momentaner Traum ist:
    Ich möchte Lernspiel-Software für die betriebliche Weiterbildung entwickeln.

    Zum Glück kenne ich einen Biwi-Informatiker 😉 – mit ihm kann ich mich austauschen.

    Ich wünsche allen Biwis eine gute Orientierung im Studium, wenn es darum geht, herauszufinden, was sie machen wollen; Außerdem: persönliches Wachsen mit dem Studium.

    liebe Grüße
    Ulrike

    • Was du schreibst, gefällt mir gut. Erstens das langsame „Herausschälen“ während des „Wachsens“ im Studium und die, wie ich finde, ganz wichtige Verbindung von Theorie und Praxis.
      Deine konkreten Vorstellungen sind der erste Schritt, nach einem langen Prozess. Und es scheint, als ist bei dir sehr viel in Bewegung.
      Das 5. Semester- verneigend vor dir. Ich sehne mich dem auch entgegen, doch Ungeduld schafft Lernblockaden.
      Das Studium an sich ist eine Bereicherung fürs Leben und ich denke auch, dass jeder Student durch individuelle Interessen sehr viel Ideen entwickeln kann, um für sich zu werben. Die Angst, keinen Job zu finden, habe ich nicht mehr und das ist ein gutes Gefühl. So viele Wege und ich versuche das Leben seinen Weg gehen zu lassen.

      Nun zu einer Frage, die mir des Öfteren begegnete: Wie dem Arbeitgeber erklären, was Bildungswissenschaft ist?
      Einige AG wissen nichts um das Fach oder haben eine fixe Vorstellung. Meine Idee: An die Bewerbung vielleicht eine Art zusätzliche Seite anfügen, auf der in eigenen Worten geschildert wird, welche Themengebiete das Studium abdeckt.
      Mich fragten auch schon einige (ein Arzt, viele Bekannte, Arbeitgeber etc.): einige Antworten waren:
      „BiWi? Ich weiß, dass es Lehrer und Pädagogen gibt aber was um Himmels Willen ist Bildungswissenschaft?“
      „BiWi? ein weiteres Exoten-Fach. Ich wills gar nicht wissen.“
      „Hm…und was kann man damit machen?“
      Es gab keinen, der sich genau etwas darunter vorstellen kann. Ich antworte, je nach Situation und Witzverständnis:
      „Irgendjemand muss doch die Bildung in Deutschlad auffrischen. Ach- und bald wird es eine neue Bildungsministerin geben.“
      Dann kommen keine Fragen mehr 😉

      Liebe Grüße

  4. Ulrike Glembotzky permalink

    Hallo Betty,

    meine umgangssprachlich gehaltene Antwort auf die Frage was Bildungswissenschaft ist:
    Es ist ein fachlicher Mix aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie.
    Wir lernen empirische Erhebungs- und Auswertungs-Methoden, damit wir forschen können oder damit wir wissen, wie wir mit empirischen Daten angemessen umgehen.

    lieben Gruß
    biwiuli

  5. Alex permalink

    Ich habe jetzt angefangen meinen Master zu schreiben. Konkret studiere ich Bildungswissenschaften, insbesondere interkulturelle-, Medien- und Erwachsenenbildung.Im Studium kann man sich, vor allem im Master sehr stark spezialisieren. Mit Interkulturell, Medien und Erwachsenbildung ansich habe ich nicht direkt was zu tun. Ich mache gerade viel Philosophie, Psychologie und Statistik. Andere haben sich mehr auf Medienbildung und Lehren &Lehrnen mit Medien spitialisiert. Also innerhalb des Studiums gehen die Kompetenzen mit der Zeit sehr weit auseinander und das sollte man nutzen um sich später Gedanken über Jobs zu machen. Die Spezialisierung entscheidet darüber was ich später mal machen kann. bei uns ist es nicht so, dass Bildungswissenschaftler gleich Bildungswissenschaftler ist. Ich mache viele Coachings (Berufsberatung) helfe anderen bei Statistik ( Fragebogenentwicklung, Auswertung) und spezialisiere mich gerade auf Machtanalytik im Sinne von Michel Foucault. Andere Gestalten Lernplatformen und widmen sich der Therapie. Es ist wirklich sehr unterschiedlich.

    Beste Grüße

  6. BerufBiWi permalink

    Mit der Thematik wie’s nach einem Studium der Bildungswissenschaft mit dem Abschluss Bachelor oder Master weitergeht beschäftige ich mich gerade in Twitter mit dem Account @BerufBiWi unter dem gleichnamigen Hashtag #BerufBiWi: https://twitter.com/BerufBiWi

    Meine Ziele (werden eventuell noch erweitert):

    1. „Transparenz!“
    Die Tatsache, dass es einige Blogeinträge und viele Foreneinträge zum Thema „Ich studiere BiWi – aber weiß nicht, was ich danach mache“ gibt, zeigt, dass nicht klar ist, was man mit diesem recht offen gehaltenen Master im praktischen Berufsleben anfangen kann. Hier will ich mit obigem Twitteraccount für Transparenz sorgen!

    2. „Du bist nicht allein“:
    Seiten posten, die sich, genau wie dieser Blogeintrag hier, damit beschäftigen, wie es nach dem BA / MA weitergeht. Damit ihr merkt: Ihr seid nicht allein.

    3. „Was ist mit dem BA / MA theoretisch möglich“:
    Gemeinsam mit der Crowd eine Übersicht erstellen, mit den Aussagen der Universitäten, was wir (angeblich) mit dem BA / MA nach dem Studium anfangen können: http://zumpad.zum.de/p/BerufBiWi

    4. „Was ist mit dem BA / MA praktisch möglich“:
    Tatsächliche Berufe die mit dem MA / BA Bildungswissenschaft erlangt wurden in Form von einzelnen Tweets unter #BerufBiWi veröffentlichen – immer mit Quellenangabe.

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